Ein kleiner Einblick:

Fährt man auf der B477 von Kerpen-Blatzheim Richtung Zülpich,
so verlässt man ein Stück vor Nörvenich den Rhein-Erft-Kreis.
Kurz vor der Grenze liegt noch ein kleiner Ort, Niederbolheim,
ein Dorf, dem man eigentlich keine Attraktionen zutrauen würde.
Und doch, hier trifft man sich und kommt dafür von überall her.
Ob Promis oder Motorradfahrer, hier fühlt man sich wohl und
lässt es sich gut gehen.
Jetzt fragt sich natürlich jeder, was die Menschen wohl nach
Niederbolheim zieht. Ist es der nahe gelegene Flugplatz
oder die gute Luft? Sicherlich spielt das auch eine Rolle.

In Wirklichkeit ist es aber eine kleine Gaststätte, die man in diesem
Ort direkt an der B477 findet. Peter Esser ist hier der gute Geist und
Gastgeber, der seit 29 Jahren die "F104" betreibt und sich einen Ruf
weit über die Grenzen des Rhein-Erft-Kreises geschaffen hat.

Die F104 ist ein Ort von dem man viele Anekdötchen erzählen kann
und kommt man mit dem Hausherrn einmal ins Gespräch, vergeht die
Zeit wie im Fluge. Ein beliebter Treff der "Promis" war die F104
schon immer. Willy Millowitsch hat hier seine Geburtstage gefeiert
und hat dieses Lokal auch mal in einer großen Tageszeitung als sein
Stammlokal geoutet. Die Liste der prominenten Stammkunden ist lang...

Paul Panzer | Peter Esser...Paul Panzer, Heinz Flohe, Arno Imhoff
vom ZDF, Dr. Maier von der Bertelsmann Stiftung, Sebastian Stahl
und viele, viele mehr.
Aber man bleibt nicht unter sich. Hier trinkt auch der Rentner aus
Niederbolheim sein Bier und die Familie aus Neuss macht auf ihrem
Rückweg vom Eifelausflug eine Rast. Eines ist in der Gaststätte
von Peter Esser nämlich klar: Gast ist Gast, nach Namen und
Herkunft wird nicht gefragt.

Gern gesehene Gäste sind hier auch Kinder, und wer hat das
noch nicht beobachtet, ganz selbstverständlich ist das heutzutage
nicht mehr. Für das leibliche Wohl der Kinder wird hier
vorbildlich gesorgt. Gutes Kinderessen für 2-3 Euro und wer
seinen Teller leer isst, bekommt hinterher eine Kleinigkeit vom
Wirt geschenkt. Cola gibt es hier für Kinder prinzipiell nicht,
da hilft auch kein Intervenieren von Seiten der Eltern, dafür ist
die Limo umsonst. Auch Alcopops sind von der Karte verbannt.
Die Kindergerichte gibt es bis zum 12. Lebensjahr.

Aber auch der Erwachsene wird dieses Lokal nach dem Essen
glücklich verlassen. Man findet hier ein regional übliches
Speisenangebot, neben festem Mittagessen, einem täglich
wechselnden Eintopf oder auch reichhaltigem Frühstück.
Spezialität des Hauses ist das Steak, für das schon
Willy Millowitsch schwärmte. Die hohe Qualität der Zutaten ist
ein Merkmal der Esser'schen Küche und wer einmal gar nichts
Passendes auf der Karte für sich findet, sollte sich an den Wirt
und Koch wenden - Extrawünsche werden hier nicht ignoriert.

Betrachtet man den Preis, den man nach dem Essen hier zu
entrichten hat und dann bedenkt, wie lecker es war, dann ist der
Satz "Die Preise sind moderat" eher eine Untertreibung. Wir
stellen uns da eher die Frage: Pitter, wie machst du das? Letztlich
ist uns das dann aber egal, solange der Pitter das weiterhin so
hinkriegt. Hier ist der Euro wirklich noch kein Teuro. Fassen wir
zusammen: Gutes Essen, hohe Gastfreundlichkeit, Biergarten,
lockere Atmosphäre, all das spricht für ein gutes Lokal, aber das
kann nicht alleinig für den Kultstatus verantwortlich sein, den
die F104 für viele Leute hat.

Da muss es noch eine Besonderheit geben und die findet man
auch schnell. Es ist der Wirt! Seine Art mit seinen Gästen
umzugehen ist wirklich einmalig. Er findet den Weg, Menschen
zum Lachen zu bringen, er verfügt über die typisch kölsche
Schlagfertigkeit, er pflegt eine besondere Gemütlichkeit und
persönliche Atmosphäre, er hat für jeden seiner Gäste ein
offenes Ohr und hilft, wo er kann.

Einfach mal dem einen oder anderen in einer wirklichen
Problemlage weiterzuhelfen oder ein kleines Geschäftchen
für den guten Zweck an der Theke zu machen, das ist ihm
wichtig. Eine kleine Spende wird dann schon mal ganz gerne
gesehen. Die wird aber zur Seite gelegt, um davon einmal
im Jahr ein Kinderfest zu veranstalten.

Peter an der DrehorgelEine Hilfsaktion von Peter Esser
wurde vor Jahren richtig bekannt. Damals musste das
Millowitsch-Theater dringend renoviert werden, doch das
Geld fehlte. Egal, Peter Esser stellte sich vor das Theater
auf der Aachener Straße in Köln, kurbelte an einer Drehorgel
und schenkte nebenbei gegen eine Spende leckeres Kölsch
aus, das eine große Kölner Brauerei gespendet hatte.

Engagement gehört für den Wirt zum Leben dazu. Vielleicht
passend dazu hat er auch die Eigenart zu sagen, was er denkt,
auch wenn das manch einem nicht passt. Da hat sich dann
schon der ein oder andere Unangenehmes aber ehrlich
Gemeintes anhören müssen, aber letztlich kommt man doch
immer mit ehrlichen Menschen besser zurecht und so kommen
die Menschen gerne in die F104.

Peter Esser ist aber nicht nur der Inhaber der F104, seine
Interessen waren schon immer sehr breit gestreut. Vor vielen,
vielen Jahren spielte er kleine Nebenrollen im Fernsehen und
lernte so Klaus Löwitsch kennen, mit dem er viele Jahre in
Freundschaft verbunden war.

Auch heute noch scheint er die Bühne zu lieben, so kann man
ihn manchmal zusammen mit Paul Panzer bei einem Comedy-
Auftritt in der F104 erleben. Auch auf den CDs von Paul Panzer
kann man ihn bei einigen Episoden als Gesprächspartner erleben.
Überhaupt sollte man darauf achten, in der F104 gibt es über das
Jahr immer wieder interessante und unterhaltsame Veranstaltungen
und Aktionen. Das fängt bei Travestie an und geht bis zu
Muttertagsspecials.

Man könnte noch viel schreiben, das Beste aber ist selber mal
hinzufahren und die prima Atmosphäre und das leckere
Essen auszuprobieren.